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Ostschweiz gegen Windenergie  



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Von Reto Romanelli, Schweiz
Es ist ein Sieg der Vernunft: Trotz politischem Druck aus Bern entschieden sich die Regierungen der Kantone Glarus und Appenzell Anfang November gegen geplante Windkraftprojekte. Im Gegensatz zur Westschweiz ist die Ostschweiz noch fast ganz frei von Grosswindkraftwerken. Doch der Druck steigt, denn gemäss der „Energiestrategie 2050“ ist die Errichtung von 800 – 1000 Windrädern in der ganzen Schweiz vorgegeben. Gegen geplante Projekte regt sich ein stetig zunehmender Widerstand aus der Bevölkerung, die in der Schweiz mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten hat als in anderen Ländern.

 

Bild 1: Die Linthebene, vom Benkner Büchel aus gesehen. Rechts hinten Glarus Nord das Tor zum „Glarnerland“ (Foto: Kurt Zwahlen).

Die Nachricht kam für alle Beteiligten überraschend: Die Regierung des kleinen Schweizer Kantons Glarus strich eine seit 14 Jahren geplante Windenergiezone bei Bilten (politische Gemeinde Glarus Nord) in der Linthebene aus dem Richtplan. Wörtliche Begründung: Im Einzugsbereich von Siedlungsgebieten sollen keine neuen Windenergieanlagen erstellt werden. Windkraftanlagen verunmöglichen auf lange Sicht die Siedlungsentwicklung. Gemäss dem politischen Entwicklungsplan will Glarus Menschen aus anderen Regionen gewinnen und sorgt für eine intakte Landschaft und nachhaltig genutzte Erholungs- und Freizeitgebiete. Glarus Nord ist das Tor zum Glarnerland.

Fünf 200 Meter hohe Turbinen sollten mitten in dicht besiedeltem Gebiet gebaut werden, nur 300 Meter entfernt von Wohnbauten. Der Standort ist nicht einmal Windpotentialgebiet gemäss Windatlas des Schweizer Bundesamtes für Energie (BFE). LinthGegenwind, der „Verein zum Schutz der Linthebene vor Windkraftanlagen“, organisiert eine breite Gegnerschaft aus Anwohnern und Naturschützern und hatte bereits erreicht, dass im Juni 2019 ein Antrag auf 700 Meter Mindestabstand zur Abstimmung vor die Gemeindeversammlung kommt. Kürzlich wurde auch bekannt, dass der angrenzende Kanton Schwyz eine Untersuchung in Auftrag gegeben hat, welche die Errichtung von 14 weiteren Windturbinen im Schwyzer Teil der Linthebene empfiehlt.

Bild 2: 19 Windräder in der Linthebene? Diese Fotomontage von LinthGegenwind erweist sich als nicht übertrieben.

Eine Woche später folgte ein weiterer Paukenschlag. Die Regierung von Appenzell-Innerrhoden gab bekannt, dass für ein geplantes Windkraftwerk bei Oberegg keine Windzone festgelegt wird. Eine Windkraftanlage würde zu verschiedenen Konflikten in den Bereichen Siedlung und Umwelt führen. Das Hauptargument für den ablehnenden Entscheid bildet die Unverträglichkeit der Windkraftanlage mit dem Landschaftsbild, hiess es. Im Vernehmlassungsverfahren gab es 500 Einwendungen gegen die Windzone und nur 60 dafür. Gegen die Windräder waren unter anderem der Kanton Appenzell-Ausserrhoden (der Windkraftwerke auf eigenen Kantonsgebiet bis auf weiteres überhaupt ausschloss), der benachbarte Kanton St. Gallen, das österreichische Bundesland Vorarlberg und die Gemeindepräsidentenkonferenz Appenzell. Ein Landschaftsgutachten war zum klaren Schluss gekommen, dass das gesamte Kantonsgebiet von Appenzell aus Gründen des Landschaftsschutzes mit Windkraftwerken unvereinbar ist.

Auch andere Projekte in der Ostschweiz stossen auf Widerstand. Im Thurgau hat sich in den Gemeinden Braunau und Wuppenau ein starker Widerstand in der Gemeindebevölkerung formiert. Die Gemeindevertretung hat angekündigt, sich gegen alle Versuche des Kantons, eine Windenergiezone festzulegen, zur Wehr setzen zu wollen. Der Kanton Thurgau hatte 2017 aufgrund hunderter Vernehmlassungs-Eingaben sämtliche Windenergiezonen aus dem Richtplan entfernt und eine Neubeurteilung angekündigt. Diese hatte zur Folge, dass die Windenergiezonen massiv verkleinert und zwei Gebiete zur Gänze gestrichen wurden.

Im Kanton Schaffhausen soll eine Windindustriezone auf dem Chroobach errichtet werden. In der Vernehmlassung zum Richtplan gingen 1300 Einwendungen gegen das Projekt ein, viele auch aus dem benachbarten Deutschland. Die Gemeinde Hemishofen sprach sich 2016 in einer Konsultativabstimmung gegen den geplanten Windpark Chroobach aus. Weitere betroffene Gemeinden sind ebenfalls dagegen. Eine Volksinitiative verlangt eine Änderung der kantonalen Verfassung, nach der sowohl die Kantonsbürger als auch die Standortgemeinden über Windenergiezonen abstimmen können.

Der Kanton St. Gallen plant derzeit zwei Windenergiezonen, bei Krinau im Toggenburg und bei Sargans im Rheintal. Gegen beide Standorte im Richtplanentwurf gingen Einwendungen ein. Die Vorgaben des Bundes an den Kanton St. Gallen sind hoch: 130 – 400 Gigawattstunden Strom aus Windenergie sollen produziert werden, das entspricht 25 – 100 Grosswindkraftwerken. Dies sei „absolut utopisch„, sagt Kantonsplaner Ueli Strauss-Gallmann im St. Galler Tagblatt. Der Kanton hat sich selbst nur ein Ziel von 25 GWh festgelegt, bis 2020 sollen es 10 GWh sein. Gegen das Projekt auf dem idyllischen Älpli Krinau hat sich ein Verein organisiert. Die SVP der politischen Gemeinde Wattwil, zu der das Dorf Krinau gehört, hat gegen das Projekt Stellung bezogen. Im Rheintal in der Nähe von Sargans war schon 2017 ein Windkraftprojekt bei Balzers, Liechtenstein, geplant worden. Noch bevor das Projekt konkret wurde, liess der Gemeinderat die Bevölkerung darüber abstimmen. Mehr als 65% stimmten gegen die Windräder. Daraufhin wurde das Projekt eingestellt.

Das einzige Grosswindkraftwerk in der Ostschweiz steht in Haldenstein bei Chur und dient als Vorzeigeprojekt. Es produzierte 2017 bei einer Auslastung von bescheidenen 15.91% Strom im Marktwert von ca. 200.000 Schweizer Franken und erhielt dafür eine massiv subventionierte Vergütung von 880.000 Schweizer Franken (21.5 Rappen/kWh). Windkraftwerke in der Schweiz generieren dreimal mehr Subventionen als Strom (zu Marktpreisen). Nur deshalb können sie überhaupt betrieben werden.

Medien, Vertreter der Windindustrie und Politiker klagen über die Ausbauflaute bei Windenergie und den Rückschlag für die „Energiewende“. Reto Rigassi, Leiter des Branchenverbandes Suisse Eole, macht sich Sorgen über die gut organisierte Gegnerschaft. Suisse Eole erhielt Millionenzahlungen vom Bundesamt für Energie mit dem ausdrücklichen Auftrag, die Meinung der Bevölkerung zur Windenergie zu manipulieren und Volksabstimmungen zu beeinflussen. Der Verband „Freie Landschaft Schweiz“, die Dachorganisation der Windkraftgegner, hatte diesen Skandal aufgedeckt („Bund zahlt Millionen an Wind-Lobby“, SonntagsZeitung vom 7. Mai 2017). Folgende Organisationen wehren sich in der Ostschweiz gegen Windkraftprojekte: LinthGegenwind – Verein zum Schutz der Linthebene vor Windkraftanlagen (Glarus), Pro Landschaft AR/AI (Appenzell), Lebensqualität Braunau/Wuppenau (Thurgau), ÄlpliGegenwind (Toggenburg, St. Gallen), IG Gegenwind Chroobach (Schaffhausen) und die IG Sezner-UmSu-Grenerberg (Surselva, Graubünden).

Die Windkraftbefürworter setzen nun alle Hebel in Bewegung, um die Entscheidungen der Kantonsregierungen Appenzell und Glarus wieder rückgängig zu machen. Die Sozialdemokratische Partei Appenzell-Innerrhoden hat angekündigt, im Kantonsparlament einen Vorstoss für den Windpark zu lancieren. In Glarus ist die Grün-Liberale Partei dabei, eine überparteiliche Allianz aufzustellen, um die Entscheidung der Regierung im Kantonsparlament zu Fall zu bringen. Unterstützung findet sie ausgerechnet beim Gemeindepräsidenten der betroffenen Gemeinde Glarus Nord, Thomas Kistler (SP). Und die Präsidentin der Grünen, Prisca Müller, forderte im Schweizer Fernsehen: Wenn schon muss man Windräder dort bauen, wo die Infrastruktur da ist, wo sie gebraucht werden, und das ist in der Schweiz in der Nähe von Siedlungen. (SRF Schweiz aktuell, 6. November 2018). Es ist schwer zu sagen, was an dieser Aussage übler ist, die technische Ignoranz – Strom wird ja nicht schlecht durch Transport wie z. B. Gemüse und die Leitungsverluste für wenige Kilometer sind vernachlässigbar – oder die daraus hervorgehende Menschenverachtung.

In der Schweiz gibt es heute 37 Windkraftanlagen, die 0.2% [sic!] des verbrauchten Stromes produzieren. Bis 2050 sollen vier Terawattstunden produziert werden, das entspricht 6.8% des Stromverbrauchs oder 1.7% des gesamten Energieverbrauches (Vergleich mit Verbrauchswerten von 2017). Dafür müssten 800 – 1000 Windkraftanlagen gebaut werden. Der Ausbau der Windenergie hinkt der Planung jedoch weit hinterher. In den letzten beiden Jahren ist kein einziges neues Windkraftwerk gebaut worden. Es wird immer offensichtlicher, dass die Ausbaupläne für die Windenergie reines politisches Wunschdenken sind. Das Ziel ist völlig unrealistisch, was mittlerweile auch von Vertretern der Energiebranche offen zugegeben wird. Die Schweiz eignet sich nicht für Windkraft. Sie ist zu kleinräumig und zu dicht besiedelt. Windkraftprojekte gehen auf Kosten des Landschaftsschutzes, der Natur sowie der Lebensqualität und Gesundheit der Bevölkerung.

Quellen:

Regierung verbietet Windräder in Bilten – Linthwind vor Aus. Südostschweiz, 6. November 2018

Gegenwind war zu stark: Doch kein Windpark in Oberegg. Die Ostschweiz, 12. November 2018

Wie Kantonsregierungen die Windenergie ausbremsen. Tagesanzeiger, 13. November 2018

Turbulenzen bei der Windkraft. Neue Züricher Zeitung (NZZ), 15. November 2018

Bund zahlt Millionen an Wind-Lobby. SonntagsZeitung, 7. Mai 2017

LinthGegenwind – Verein zum Schutz der Linthebene vor Windkraftanlagen

Pro Landschaft AR/AI

Lebensqualität Braunau/Wuppenau

ÄlpliGegenwind

IG Gegenwind Chroobach

IG Sezner-UmSu-Grenerberg

 


 

 

Aufgrund der weiterhin in Deutschland und Schweizer vollkommen bekloppten Politik der Grünen und Linken, nachfolgend die Leistungswerte  aus 2017 und wieviel Windkraft diese in Wirklichkeit zu liefern vermögen

Der weitere Ausbau muss mit dem sofortigen Subventionsstop der Windkraft, verhindert werden!

Der weitere Ausbau der Windanlagen, welche bis zu 200 Meter hoch sind, muss sofort gestoppt werden. Diese erbringen eine maximale Nennleistung (das ist die technisch mögliche Leistung bei immerwährenden optimalen Bedingungen) ab 2.5 Megawatt - 7.5 Megawatt. Effektive erbringen diese in der Schweiz, in der es oft mehrere Tage fast windstill ist, keine Leistung. Stehen nur so rum und verschandeln die Natur. Erst ab einer Windgeschwindigkeit von 6 Meter pro Sekunde drehen sich diese Vogelschlächter und erbringen lediglich 15% der eigentlichen Nennleistung.

 

Dem stehen die Kernkraftwerke mit einer immerwährend gleichbleibender Leistung gegenüber.

MühlebergNettoleistung373 MWStilllegung 2019
Beznau 1 + 2Nettoleistung730 MW 
GösgenNettoleistung1010 MW 
LeibstadtNettoleistung1220 MW 
    
Total 3333 MW 

 

Was bringen die nutzlosen Windräder für eine Installierte- und effektive Leistung pro Jahr und im Schnitt auf 1 Stunde heruntergerechnet? Nachfolgend die Daten für 2017.

StandortnameaufsteigendWKA Typ(en)Inst. LeistungAnz. TurbinenProduktion 2017 Effektive Produktion pro StundeEffekt. Leistung in % zur Inst. Leistung
Allenwinden
Aventa AV-76.5 kW1-  
Alpboden-Haldigrat
Envergate Terza2020 kW1-  
Berg
Aventa AV-76.5 kW15,434 kWh0.62002 KW9.538 %
Brütten 1
Aventa AV-76.5 kW1-  
Brütten 2
Aventa AV-76.5 kW110,408 kWh1.1881 KW18.278 %
Charrat VS, Adonis
Enercon E-1013000 kW17,052,745 kWh805.1079 KW20.170 %
Chürstein (Gäbris)
Lagerwey Lagerwey 18/8080 kW1-  
Collonges
Enercon E-70/E42000 kW14,395,713 kWh501.4937 KW25.074 %
Diegenstal
Husumer Schiffswerft HSW 3030 kW1-  
Feldmoos/Rengg
NEG Micon NM 52/900
NEG Micon NM 54/950
1850 kW21,240,000 kWh141.5525 KW7.651 %
Feusisberg
Envergate ev61515 kW1-  
Goldau
Envergate Quinta2020 kW120,000 kWh2.2831 KW11.415 %
Gries
Enercon E-70
Enercon E-92
9360 kW47,792,916 kWh889.6022 KW9.504 %
Gütsch
Enercon E-40
Enercon E-44
3300 kW4504
576.1284 KW17.458 %
Haldenstein
Vestas V1123000 kW14,137,628 kWh472.3319 KW15.744 %
Hochstuckli
Envergate ev60010 kW1-  
Horn
Envergate ev61515 kW1-  
La Ferrière
Aventa AV-76.5 kW18,080 kWh0.9223 KW14.189 %
Lajoux
Aventa AV-86.5 kW1-  
Le Cerneux-Veusil
Aventa AV-76.5 kW17,649 kWh0.8731 KW13.432 %
Lutersarni
Enercon E-822300 kW13,190,630 kWh364.2271 KW15.835 %
Marthalen
Aventa AV-76.5 kW112,554 kWh1.4331 KW22.047 %
Martigny
Enercon E-822000 kW15,195,469 kWh593.0900 KW29.654 %
Mt. Crosin
Vestas V112
Vestas V90
37200 kW1674,041,716 kWh8452.2506 KW22.721 %
Oberer Grenchenberg
Bonus, Dänemark MK III150 kW1117,242 kWh13.3837 KW8.922 %
Peuchapatte
Enercon E-826900 kW313,186,281 kWh1505.2832 KW21.815 %
Rüttenen
Aventa AV-76.5 kW1-  
Schaber Emmental
C&F Green Energy CF20
Südwind N715
35 kW221,447 kWh2.4482 KW6.994 %
Schmiedrued
Lely AIRCON 1010 kW18,200 kWh0.9360 KW9.360 %
Schwengimatt
Aventa AV-76.5 kW112,262 kWh1.3997 MW21.533 %
Schüpfheim
Envergate ev61010 kW1-  
Simplon Passhöhe
- -30 kW1-  
Sool, Langenbruck
Husumer Schiffswerft HSW 3028 kW1-  
St. Brais
Enercon E-824000 kW27,002,574 kWh799.3805 KW19.984 %
Tramelan
Aventa AV-76.5 kW114,830 kWh1.6929 KW26.044 %
Vilters
Aventa AV-76.5 kW114,594 kWh1.6659 KW25.629 %
Winterthur Taggenberg 1 und 2
Aventa AV-713 kW221,534 kWh2.4582 KW18.909 %
Winterthur Wiesendangerstrasse
Aventa AV-76.5 kW18,424 kWh0.9616 KW14.793 %

 

Total

  78,760.5 KW
 65 132,565,215 KWh
15,132.7139 KW
19.213 %

Quelle: https://wind-data.ch/wka/list.php

 

Wir haben die oben dargestellte Tabelle mit 2 zusätzlichen Spalten ergänzt. In der zweitletzten Spalte wird die effektiv erzeugte Leistung auf 1 Stunde heruntergerechnet. In der letzten Spalte die effektiv erbrachte Leistung in % zur installierten Leistung.

Im direkten Vergleich mit der Gesamten Nettoleistung der KKWs, kommt von den Windrädern fast nichts.

KKW  3333 MW
Wind     15.13 MW

Direkter Vergleich der realen Nettoleistungen zwischen KKWs und aktuell installierter Wind- Microkraft.

Fast nichts für 3-4 stellige Millionen CHF der Steuerzahler

Graphische Offenbarung des unglaublichen Bundes-Schwachsinns.

65 Windräder erbringen mit 15.132 MW gegenüber den KKWs mit 3333 MW, gerade mal  0.454% Energie! Was für ein vollkommener Blödsinn! Nicht mal ein halbes Prozent der schweizerischen Kernenergie kann durch die 65 installierten Wind-Mikrokraft abgedeckt werden.

In der Schweiz sollen bis zu 800 solche idiotischen Windräder mit einer maximalen Grösse bis zu 200 Meter, sogar die Alpen verschandeln. Dieser unsägliche Regierungsschwachsinn muss sofort gestoppt und beendet werden.

 

 



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