535 CENTIL - Die Mehrheit der Stationen in der Ostantarktis zeigt Abkühlung oder stabile Temperaturtrends. Auch Temperaturen rund um Grönland zeigen Abkühlungstrends.
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Die Mehrheit der Stationen in der Ostantarktis zeigt Abkühlung oder stabile Temperaturtrends. Auch Temperaturen rund um Grönland zeigen Abkühlungstrends. 



Die Mehrheit der Stationen in der Ostantarktis zeigt Abkühlung oder stabile Temperaturtrends.

By Kirye
and Pierre Gosselin

Vor einigen Tagen haben wir uns die Stationen auf der antarktischen Halbinsel angesehen und festgestellt, dass in den letzten 2 Jahrzehnten 13 von 13 dieser Stationen Abkühlungstendenzen zeigten.

Heute sehen wir 12 Stationen auf der Ostseite der Antarktis, wo die Temperaturen kälter sind:

 

Unten sind die Daten der NASA über die Stationen dargestellt, die 2 Jahrzehnte zurückreichen, bis 1998:

Wie die Daten zeigen, weisen 7 von 12 Stationen einen Abkühlungs- oder gar keinen Erwärmungstrend auf.

Wieder einmal zeigen die eigenen Daten der NASA, dass es in der Antarktis keinen Grund zur Beunruhigung gibt.

Meine Heimatstadt hat sich im Januar abgekühlt.

Kiri: In Tokio, wo ich lebe, wurde gerade die Durchschnittstemperatur für Januar 2020 von der JMA bekannt gegeben: 7,1°C. In Tokio hat sich die Temperatur im Januar von 1985 bis 2020 abgekühlt.


 

Temperaturentwicklungen bei verschiedenen Regionen in Grönland beweisen eine drastische Abkühlung seit den letzten 18 Jahren.

Rund um Grönland existierten in den letzten 60 Jahren diverse Messstationen, die im Lauf der Jahre wieder aufgegeben wurden. Wir haben insgesammt 9 Stationen rund um Grönland gesucht, die über einen längeren Zeitraum bis Heute konsistente Datenbestände aufweisen. 1 Station, Narsarsuaq, wurde leider vor einigen Jahren aufgegeben.

Wir haben bei allen Wetterdaten das Jahresmittel in Diagrammen untersucht. Die Ergebnisse sind nachfolgend dokumentiert.

 

Bild 3: Temperaturdaten wurden von diesen 10 Stationen untersucht.

 

Thule

Thule liegt im Nordwesten Grönlands.

Thule wies 2010 mit einem Jahresdurchschnitt von -7.81° Celsius das wärmste Jahr aus. Ob es im Sommer Zeiten gab, bei denen die Temperaturen über den Gefrierpunkt stiegen, ist nicht Gegenstand dieser Auswertungen. 

In den Jahren danach wurden massiv kältere Jahre aufgezeichnet. 2012 -9.65° Celsius, 2014 -9.61° Celsius, 2016 -9.25° Celsius. Das ist eine Abkühlung von 1.84° Celsius. Betrachten wir das Jahr 2019 und vergleichen das Jahresmittel mit 2010, ergibt sich eine Abkühlung von 0.63° Celsius.

 

Tasiilaq

Tasiilaq liegt im unteren östlichen Teil Grönlands.

Aus dem Diagramm geht hervor, dass in Tasiilaq nicht 2010 das wärmste Jahr was, sondern 2016. Das Jahresmittel der Temperaturentwicklung lag 2016 bei 1.82° Celsius. 2019 betrug das Jahresmittel nur noch 0.20° Celsius. Eine Abkühlung von 1.62° Celsius. Somit ist 2019 kühler als 2003 mit 0.82° Celsius und 2010 mit 0.88° Celsius. Die Abkühlung zwischen 2016 und 2019 beträgt somit 1.62° Celsius und im Vergleich mit 2003 0.6° Celsius.

 

Station Nord AWS

Station Nord liegt, wie es der Name bereits vermuten lässt, im nordöstlichen Teil Grönlands.

Im Nordosten Grönlands bei der "Station Nord AWS" ist die Temperaturentwicklung der letzten 20 Jahre besonders interessant. Hier wurde 2009 mit -13.12° Celsius das wärmste Jahr aufgezeichnet. Es ist wohl kaum anzunehmen, dass bei diesem Durchschnitt die Tagesmitteltemperaturen jemals den Taupunkt erreichten. In den darauffolgenden Jahren kühlte es kontinuirlich ab 2011 mit -13.71° Celsius, 2014 -14.31° Celsius, 2016 -13.58° Celsius, 2018 -14.25° Celsius und 2019 mit -14.79° Celsius ab.

Hier etwas übersichtlicher dargestellt:

JahrJahresmittel in ° CelsiusDiff. zu 2009
2009-13.12° 
2011-13.71°-0.59°
2014-14.31°-1.19°
2016-13.58°-0.46°
2018-14.25°-1.13°
2019-14.79°-1.67°

 

Damit kann bewiesen werden, dass innerhalb von nur 10 Jahren bei dieser Station eine Abkühlung von 1.67° Celsius aufgezeichnet wurde. Innerhalb von so kurzer Zeit eine solch drastische Abkühlung hat, wenn dieser Trend weiter anhält, weltweit ernsthafte Konsequenzen!


Storalik

Der Trend, der bei der vorherigen Station Nord aufgezeichnet wurde, wurde auch bei der Station Storalik aufgezeichnet. Storalik liegt im südlichen Teil Grönlands.

Die Jahresmittel bei Soralik weisen einen etwas aussergewöhnlicheren Verlauf auf, als die bisherigen Stationsaufzeichnungen. Bei Storalik war 1997 mit 2.99° Celsius das wärmste Jahr. Danach eine kontinuirliche Abkühlung. 2019 war das Jahresmittel noch bei 0.26° Celsius. Nachfolgend etwas übersichtlicher die Jahresmittel seit 1997 bis Heute und die jeweilige Abkühlungsdifferenz.

JahrJahresmittelAbkühlung
19972.99° Celsius 
20101.63° Celsius-1.36° Celsius
2013-0.41° Celsius-3.40° Celsius
2016-0.52° Celsius-3.51° Celsius
20190.26° Celsius-2.73° Celsius

Auch hier im Schnitt eine dramatische Abkühlung von -2.75° Celsius seit 1997. Das entspricht einer Abkühlung von 0.12° Celsius pro Jahr.

 

Nunarsuit

Nunarsuit liegt auch im Südwesten Grönlands.

 

Bei  Nunarsuit war 2010 das wärmste Jahr, wie bei der Station Thule. Das Jahresmittel bei Nunarsuit beträgt 2.90° Celsius. 2012 war mit noch 1.02° Celsius deutlich kühler. Während 2016 mit 1.01 nur marginal kühler war, als 2012. Eine deutliche Abweichung wurde 2015 mit einem Jahresmittel von -2.92° Celsius aufgezeichnet. Im Vergleich mit 2010 wäre dies eine Abkühlung von exorbitanten 5.82° Celsius. Doch wie bereits erwähnt, erholte ich das Jahresmittel wieder und lag letztendlich 2019 bei 1.66° Celsius.

Im Vergleich zwischen 2010 und 2019 beträgt die Abkühlung bei Nunarsuit -1.24° Celsius.


Narsarsuaq

Auf die Station Narsarsuaq gehe ich nicht weiter ein, da bei dieser Station die Daten 1989 enden.

 

Julianehaab

Diese Station liegt im Südlichen Ende Grönlands

Bei Julianehaab wurde 2010, wie bei Nunarsuit und Thule, das wärmste Jahr, mit einem Jahresmittel von 4.42° Celsius aufgezeichnet. Danach folgte 2012 mit noch 2.70° Celsius und 2019 mit 2.60° Celsius. Auch hier eine deutliche Abkühlung seit 2010 von 1.82° Celsius. Damit ist 2019 fast auf dem Niveau von 1977! Zumindest bei dieser Region Grönlands.

 

Ikermiuarsuk

Ikermiuarsuk liegt im Südöstlichen Ende Grönlands.

Bei dieser Station wurde im Jahr 2003 mit 1.11° Celsius, das wärmste Jahr aufgezeichnet. Es folgten 2007 mit -0.22° Celsius, 2009 mit 0.04° Celsius, 2013 mit 0.09° Celsius, 2017 mit 0.41° Celsius und 2019 mit 0.92° Celsius.

Nochmals in tabellarischer Form

JahrJahresmittelAbkühlung
19470.64° Celsius-0.47° Celsius
20031.11° Celsius 
2007-0.22° Celsius-1.33° Celsius
20090.04° Celsius-1.07° Celsius
20130.09° Celsius-1.02° Celsius
20170.41° Celsius-0.70° Celsius
20190.92° Celsius-0.19° Celsius

Damit weist Ikermiuarsuk mit -0.19° im Vergleich zu 2003 die geringste Abkühlung auf.

 

Ikermit

Die Station Ikermit liegt Ca. 400Km nördlicher im Südosten Grönlands. Hier ist bereits wie bei den anderen Stationen, eine deutliche Abkühlung nachweisbar.

Bei Ikermit wurde 2010 mit 0.48° Celsius das wärmste Jahresmittel aufgezeichnet. Betrachten wir die Entwicklung auch hier in tabellarischer Form, wobei 2010 als Referenzjahr herangezogen wird.

JahrJahresmittelAbkühlung
1987-0.27° Celsius-0.75° Celsius
1997-0.09° Celsius-0.57° Celsius
20030.04° Celsius-0.44° Celsius
20100.48° Celsius 
2016-0.05° Celsius-0.53° Celsius
2019-0.65° Celsius-1.13° Celsius

Das Jahr 2019 ist damit bei dieser Station mit -0.38° Celsius das kühlste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 1987. Das Jahr 2010 war mit dem Jahresmittel von 0.48° Celsius im Vergleich zu 1987 mit -0.27° Celsius, um  0.75° Celsius wärmer, das ist weder dramatisch noch in irgendeiner Form gefährlich. Hingegen ist die Abkühlung seit 2010 um -1.13° Celsius nicht nur aussergewöhnlich, sondern dramatisch. Das entspricht auch hier einer jährlichen Abkühlung von 0.126° Celsius.

 

Danmarkshavn

Die letzte Station dieser Studie ist Danmarkshavn. Diese Station liegt im Osten Grönlands, fast in der Mitte des östlichen Randgebiets.

Auch bei dieser Station ist die Abkühlung als dramatisch zu bezeichnen. Bei Danmarkshavn wurde 2016 mit einem Jahresmittel von -8.81° Celsius der höchste Wert aufgezeichnet. 2019 ist mit -10.84° Celsius seit Aufzeichnungsbeginn eines der kältesten Jahre. 1984 wurde ein Jahresmittel von -10.81° Celsius aufgezeichnet. 2019 ist damit um -0.03° Celsius kühler als 1984. Die Abkühlung seit 2016 beträgt 2.03° Celsius. Das sind pro Jahr eine Abkühlung um 0.67° Celsius.

 

Fassen wir die Abkühlungen der einzelnen Stationen in einer Tabelle zusammen.

StationJahr mit Höchstwert2019Abkühlung
 Thule2010   -7.81°
   -8.44° -0.63°
 Tasiilaq2016    1.82°
    0.20°
 -1.62°
 Station Nord AWS
2009 -13.12°
 -14.78° -1.66°
 Storalik1997    2.99°
    0.26°
 -2.73°
 Nunarsuit2010    2.90°
    1.66°
 -1.24°
 Julianehaab2010    4.42°
    2.60°
 -1.82°
 Ikermiuarsuk2003    1.11°
    0.92°
 -0.19°
 Ikermit2010    0.48°
   -0.65°
 -1.13°
 Danmarkshavn2016   -8.81°
 -10.84°
 -2.03°

 

Dieser Abkühlungstrend wird Belegt durch die Daten der Universität von Rutgers.

Daten der Universität von Rutgers zeigen, dass die Schneebedeckung auf der Nordhalbkugel im Herbst und Winter seit Beginn der Datenaufzeichnung im Jahr 1967 tendenziell gestiegen ist.


Für Verschwörungstheoretiker und Diffamierer, hier die Datenquelle, die für jeden frei zugänglich ist

Datenquelle der NOAA

Aus den Stations-Rohdaten wurde das Jahresmittel gebildet und als Diagramm gespeichert.
Auch dies kann von jedem problemlos nachvollzogen werden. Insofern dieser über ausreichend Excel VBA Programmiererfahrung verfügt.

Nachfolgend ein VBA Script für Thule

Sub StartMonatsMittelThule()
    Dim Summe As Double
    Dim Anz As Integer
    Dim Monat As Integer
    Dim Tag As Integer
    Dim Offset As Integer
    
    For x = 0 To 60000
        Sheets("Daten").Select
        Cells(2 + x, 7).Select
        If Cells(2 + x, 7) <> "" Then
            Cells(2 + x, 11).Select
            Summe = Summe + Cells(2 + x, 11)
            Anz = Anz + 1
            
            Tag = Day(Cells(2 + x + 1, 8))
            Zeitstempel = Cells(2 + x, 8)
            DoEvents
            Cells(2 + x, 8).Select
            
            If Tag = 1 And x > 0 Then
                Sheets("Monatsmittel").Select
                Cells(2 + Offset, 2).Select
                Cells(2 + Offset, 2) = Summe / Anz
                Cells(2 + Offset, 1) = Zeitstempel
                Debug.Print Cells(2 + Offset, 2)
                Summe = 0
                Anz = 0
                Offset = Offset + 1
                Sheets("Daten").Select
            End If
        Else
            Exit Sub
        End If
    Next
End Sub

Das Script funktioniert im übrigen einwandfrei und berücksichtigt alle Tagesmittel aus dem Rohdatenfile.




Das folgende Diagramm zeigt die Schneebedeckung der nördlichen Hemisphäre im Herbst, wo wir einen beachtlichen Aufwärtstrend sehen:


Als nächstes sehen wir die Karte für die Schneebedeckung der nördlichen Hemisphäre im Winter. Der Trend ist zwar nicht so ausgeprägt wie im Herbst, aber die Tendenz ist leicht steigend.

 

Und den RSS MSU + AMSU Satellitenaufzeichnungen

Die Stratosphäre weist eine deutliche Abkühlung auf.

Betrachtet man die Entwicklung der Troposphäre ist seit 2016 eine deutliche Abkühlung und seit 1988 eine nicht unerhebliche Abkühlung nachweisbar.

 

 

 



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